Green Urban Labs II

VOM PARKFRIEDHOF ZUM FRIEDHOFSPARK -FREIFLÄCHENUMGESTALTUNG EINES TEILBEREICHS DES NEUEN ANNENFRIEDHOFS

Das Modellprojekt fand als Teil des ExWoSt-Forschungsvorhabens Green Urban Labs II von 2021-2024 auf dem Neuen Annenfriedhof in Kooperation mit der Landeshauptstadt Dresden unter Federführung des Amtes für Stadtgrün und Abfallwirtschaft statt. Ziel war es unter Zusammenwirkung von Bürgerschaft, Vereinen, Hochschulen, Stadt-, Kirchen und Friedhofsverwaltung Lösungen für den stillgelegten Teilbereich "Friede und Hoffnung" zu entwickeln um diesen zum Stadtteilpark weiterzuentwickeln. Dabei sollten Naherholungsbedarf, stadtklimatische Eigenschaften der Fläche, Artenschutzbelange und Begegnungsangebote ebenso einbezogen werden wie Aspekte von Denkmalschutz, Geschichte, Kunst und Kultur.

Der daraus entstandene Entwurf des Planungsbüros Prugger Landschaftsarchitekten wird bis Ende 2027 umgesetzt dank EFRE-Fördermitteln. 
Er ist hier zu finden: https://prugger-landschaftsarchitekten.de/projekte/neuer-annenfriedhof-parkbereich-friede-und-hoffnung-dresden-lobtau

Alle wesentlichen Informationen zum und aus dem Projekt sind in untenstehender Handreichung zu finden. 
Sie spielt eine Doppelrolle als Abschlussbericht seitens des Dresdner Projektteams. 

Ergänzend dazu finden Sie weitere Informationen auch auf der Internetseite der Landeshauptstadt Dresden:
www.dresden.de/green-urban-labs

Hier gibt es alle Informationen zum Gesamtprojekt "Green Urban Labs II", zu dem noch fünf weitere Modellvorhaben gehört haben:
https://www.bbsr.bund.de/BBSR/DE/forschung/programme/exwost/Forschungsfelder/2021/green-urban-labs-II/01-start.html

Und hier die Schlusspublikation des BBSR (Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung) zu allen sechs Modellprojekten:
https://www.bbsr.bund.de/BBSR/DE/veroeffentlichungen/sonderveroeffentlichungen/2025/green-urban-labs-2.html


Handreichung zum Umgang mit Friedhofsfreiflächen veröffentlicht: 

 

Was lange währte, ist dafür richtig gut geworden - und richtig umfangreich:
Fast 240 Seiten umfasst die "Handreichung zum Umgang mit Friedhofsfreiflächen". Die Seiten sind gefüllt mit Informationen rund um die Potenziale und Besonderheiten von Friedhofsfreiflächen. Vorgestellt werden sowohl Erkenntnisse des Projektteams aus der Arbeit am Modellprojekt "Vom Parkfriedhof zum Friedhofspark" (2021-2024) auf dem Neuen Annenfriedhof, aber auch Best-Practice-Beispiele von vielen anderen Friedhöfen. 

Die Handreichung ist weit mehr als ein Schlussbericht für das eigene Projekt geworden, sondern fasst Forschungsergebnisse und Lösungsansätze rund um das Thema aus ganz Deutschland zusammen. Dabei will die Handreichung aber vor allem eines: Stadt- und Friedhofsverwaltungen und allen anderen Engagierten mit Friedhofsbezug Lust auf das Thema machen. Denn die Auseinandersetzung mit den besonderen Möglichkeiten stillgelegter Friedhofsbereiche ist weit facettenreicher als viele denken und es lohnt sich in vieler Hinsicht, am besten kooperativ, Ideen für diese besonderen Orte zu entwickeln.

Sie können die Handreichung kostenlos hier herunterladen. 

Sie interessieren sich für eine gedruckte Version - für sich oder in größerem Umfang für Weiterbildungszwecke? Gerne können Sie sich wenden an: [email protected]
Entsprechende Möglichkeiten werden derzeit geprüft und sind u. a. von der Nachfrage abhängig.

Wir möchten uns an dieser Stelle bei allen ganz herzlich bedanken für die Zusammenarbeit im Rahmen von Green Urban Labs II!

Download
Handreichung zum Umgang mit Friedhofsfreiflächen
Umfassende Zusammenfassung von Erkenntnissen und Anregungen zum Umgang mit Friedhofsfreiflächen.
202511-leitfaden-friedhofsfreiflaechen-w
Adobe Acrobat Dokument 36.0 MB

Blick ins Heft:


Worum ging es in dem Modellprojekt?


Im Sommer 2021 erhielten das Amt für Stadtgrün und Abfallwirtschaft der Landeshauptstadt Dresden und der Verband der Annenfriedhöfe Dresden die erfreuliche Nachricht, mit dem Projekt „Vom Parkfriedhof zum Friedhofspark: Freiflächenumgestaltung eines Teilbereichs des Neuen Annenfriedhofs in Dresden“ als eines von sechs Projekten bundesweit für das Forschungsvorhaben „Green Urban Labs II“ ausgewählt worden zu sein. Im Rahmen des Programms „Experimenteller Wohnungs- und Städtebau“ des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) wurden Modellprojekte gesucht, die „innovative, beispielgebende und kreative Ansätze für die zukunftsweisende Entwicklung grüner und blauer Infrastruktur in sich verdichtenden Städten“ verfolgen. Das Projekt wurde betreut durch das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR), dem die Erkenntnisse zur Verfügung gestellt worden sind, um sie wiederum weiteren Kommunen zugänglich zu machen. Zur Unterstützung des Projekts wurden Fördermittel in Höhe von insgesamt ca. 130.000,00 € bewilligt.
 

In der Landeshauptstadt Dresden befinden sich 58 Kirch- und Friedhöfe mit einer Gesamtfläche von 173 ha. Die Prognose für 2050 geht von einem Bedarf von 57,7 ha Bestattungsfläche aus. Für nicht mehr benötigte Bestattungsflächen sind dringend Konzepte und Maßnahmen erforderlich, um diese Flächen zu erhalten und zu entwickeln. Obwohl 53 der 58 Friedhöfe in Dresden sich in kirchlicher Trägerschaft befinden, wird dies aufgrund des wachsenden Ungleichgewichts zwischen Gebühreneinnahmen und (Grün-)Wert für den Stadtteil zunehmend als städtische Aufgabe begriffen. In den sich durch Bebauung in hohem Tempo verdichtenden Stadtquartieren soll u. a. durch die Umwandlung von Friedhöfen in öffentliche Parks und Grünflächen das sich verschärfende Defizit an Grünraumausstattung ausgeglichen werden.

Auf dem Neuen Annenfriedhof soll diese Umwandlung auf einer Teilfläche modellhaft realisiert werden. In dem mit Grünflächen unterversorgten Stadtbezirk Cotta hat der Friedhof bereits jetzt eine wichtige Doppelfunktion auch als Naherholungsraum. Da der komplette Bereich „Friede und Hoffnung“ seit vielen Jahrzehnten nicht mehr für Grabneuvergaben zur Verfügung steht und ein großer Teil der Fläche bereits frei von Gräbern ist, eignet sich dieser für eine Umgestaltung und Qualifizierung zum Stadtteilpark. Damit soll einerseits die freizeitliche Nutzung des weiterhin für Bestattungen genutzten Kernbereichs des Neuen Annenfriedhofs reduziert und andererseits sollen zugleich die Zusatzfunktionen des Friedhofs als generationenübergreifende Begegnungsstätte und Lebensraum für Mensch und Tier ausgebaut werden. Im Fokus steht dabei zum einen die Förderung des Naherholungswerts (Verweilbereiche, gestalterische Aufwertung), zum anderen geht es aber auch um die ökologische Aufwertung, Umweltbildungsaspekte und das Schaffen von Angeboten für kulturell/historisch Interessierte. Es gilt, mit diesem Friedhofsbereich einen größeren Mehrwert für den Stadtteil zu generieren, ohne dabei den ursprünglichen Charakter der unter Gartendenkmalschutz stehenden Fläche oder den Pietätsanspruch der Begräbnisstätte aus den Augen zu verlieren. Von der Umgestaltung sollen Trauernde, Anwohner- und Anwohnerinnen sowie letztlich auch der Friedhofsträger gleichermaßen profitieren. Aufgrund der Vielfalt der Ansprüche an die Fläche erfordert die Umsetzung des Modellprojekts ein sehr hohes Maß an fachbereichsübergreifender Kooperation mit sehr heterogenen Akteuren. Die Planungen im Rahmen des Projekts wurden im Herbst 2024 abgeschlossen, auf die Ergebnisse wird in den kommenden Jahren aufgebaut und die Planungen werden sukzessive realisiert.


Die Ziele des Projekts:

• neue Möglichkeiten und Angebote für Freizeitnutzung schaffen, vorhandene Angebote verbessern, gleichzeitig die freizeitliche Nutzung des Friedhofskernbereichs reduzieren

• ökologische Funktionen der Fläche erforschen und bedarfsgerecht verbessern

• sozialen Austausch fördern – im besten Fall generationenübergreifend

• zeitgenössische und historisch-kulturelle Aspekte gestalterisch miteinander verbinden

• Friedhofskultur, Stadtteilgeschichte und Umweltbildung vermitteln

• Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Institutionen in Bezug auf das Friedhofswesen weiterentwickeln und neu schaffen; Anknüpfungspunkte für Folgeprojekte finden

Zentrale Fragestellungen:

? Wie lassen sich Friedhofsnutzung, (Garten)Denkmalschutz, Ökologie, Naherholung und Freizeit miteinander vereinbaren?

? Lassen sich konkrete, verallgemeinerbare Empfehlungen zu Gestaltung und Nutzungen formulieren? Wenn ja, welche?

? Wie lässt sich die modellhafte Umwandlung einer Teilfläche des Neuen Annenfriedhofs zur Aufstellung eines stadtweiten Konzepts zur Umwandlung von Friedhofsflächen in Parkflächen nutzen?

? Wie lassen sich die unterschiedlichen Aufgaben, Rollen, Eigenlogiken und Handlungsoptionen beteiligter Akteure (insbesondere Stadt und Kirche) zu einer guten, nachhaltigen Kooperation zusammenführen?

Vorgehensweise:

Da die fachbereichsübergreifende Kooperation und Vernetzung wesentliches Ziel des Projekts war, war ein umfangreicher Beteiligungsprozess eine wichtige Komponente. Von September 2021 bis September 2024 wurden im Rahmen der Beteiligungen stets zahlreiche professionelle Akteure wie Hochschulen und verschiedene Ämter mit Engagierten aus Vereinswesen und Bürgerschaft eingeladen, sich mit eigenen Ideen, Teilprojekten oder Feedback in das Projekt einzubringen. Insbesondere durch die rege Beteiligung der Hochschulen, die vielen Ideen aller Beteiligten und die thematische Vielfalt in Kombination mit einem personell knapp aufgestellten Planungsteam sind viele der Fäden, die sich im Rahmen des Projekts entwickelt haben, mit dem Ende von „Green Urban Labs II“ noch nicht zu Ende gesponnen. Auch ein Vertiefen begonnener Partnerschaften muss über das Projekt hinaus erfolgen, vielversprechende Anknüpfungspunkte haben sich aber auf jeden Fall ergeben. Um eine Übersicht über die Projektarbeit zu ermöglichen, sei untenstehend eine Liste der wesentlichen Teilprojekte zusammengestellt. Zum Projekt gibt es seitens der Landeshauptstadt Dresden auch eine Internetseite, auf der umfangreiche Informationen zu finden sind – so zum Beispiel sämtliche Dokumentationen aller Beteiligungsveranstaltungen: www.dresden.de/green-urban-labs


Ergebnisse:

Das Projekt konnte durch die Vielfalt seiner Teilthemen eine Vielzahl von Akteuren für das Gesamtthema Friedhof gewinnen. Besonders hervorzuheben ist dabei der Schwerpunkt „Artenschutz, Ökologie, Umweltbildung“, bei dem die Beteiligung seitens der Hochschulen (HTW Dresden und TU Dresden) besonders umfangreich ausfiel und auch das zuvor weniger mit Friedhofsthemen befasste Umweltamt sich inhaltlich und praktisch sehr engagiert einbrachte. In diesem, aber auch in den anderen Themenschwerpunkten haben sich viele Kooperationen und inhaltliche Anknüpfungspunkte entwickelt, die in Zukunft weiter vertieft werden sollen. Dasselbe kann für die Ideen aus den acht Bürgerbeteiligungsveranstaltungen gesagt werden. Diese sind zusammen mit den (gestalterischen und naturwissenschaftlichen) Studierendenprojekten und den parallel beauftragten Gutachten (denkmalpflegerische Zielstellung, Bauzustandsgutachten u. a.) unmittelbar auch in die Entwurfsplanung für die Umgestaltung der Fläche „Friede und Hoffnung“ mit eingeflossen. Die Bürgerbeteiligungen und der frühzeitige Einbezug des Stadtplanungsamtes haben auch dazu beigetragen, das Projekt für einen ersten wesentlichen Realisierungsabschnitt im Rahmen eines EFRE-Fördergebietes zu qualifizieren. Das Projekt im Bereich „Friede und Hoffnung“ auf dem Neuen Annenfriedhof war in seinen Grundzügen ein im Dresdner Friedhofsentwicklungskonzept vorgeschlagenes Pilotprojekt zum Umgang mit Friedhofsfreiflächen. In Dresden wird der Anteil solcher Flächen auf den Friedhöfen 2050 voraussichtlich 40 % der Gesamtfriedhofsflächen ausmachen. In welche Richtungen diese weiterentwickelt werden können, dazu gibt es viele erste Ideen im Friedhofsentwicklungskonzept, jedoch noch keine Vorschläge, wie diese Prozesse praktisch gestaltet werden können. Fest steht, dass fast alle (Frei-)Flächen auf die eine oder andere Weise als Grünflächen der Stadtbevölkerung zugutekommen sollen.

Wesentliche Schritte zur Abgrenzung dieser Leistungen, welche die Kernaufgaben eines Friedhofs übersteigen, waren das Abschließen eines Pachtvertrages zwischen dem (ev.-luth.) Friedhofsträger und der Landeshauptstadt Dresden sowie die Einigung auf das zusätzliche Abschließen einer Pflegevereinbarung, die den Friedhofsträger künftig für den Pflegeaufwand der Freifläche finanziell entschädigen und die Verantwortungsbereiche von Stadtverwaltung und Friedhofsverwaltung eindeutig definieren soll. Diese Pflegevereinbarung ist damit ein wichtiger Baustein für die zukünftige Entwicklung. Die gesammelten Erfahrungen sind eine wertvolle Grundlage für das Fortsetzen der Arbeit auf dem Neuen Annenfriedhof, und die Ideen, Strategien und Kooperationsmöglichkeiten sind auch gut auf andere Friedhöfe übertragbar. Das im Rahmen der vergleichsweise kurzen Projektarbeit innerhalb von Green Urban Labs II angeregte Interesse – vor allem bei verschiedenen Ämtern, der Bürgerschaft und den Hochschulen – ermutigt zum Fortsetzen der Zusammenarbeiten – und soll auch andernorts Mut machen, miteinander ins Gespräch zu kommen und einzelne Projektbausteine auszuprobieren.


Abbildungen: Lara Schink 2023, erstes Jahr der insektenfreundlichen Pflege der Wiesen mit einschüriger Mahd und Balkenmäher


Welche Teilprojekte flossen in den Prozess ein?

Dank des Engagements so vieler Beteiligter, konnten die nachfolgenden Teilprojekte im Rahmen der Projektarbeit, aber auch im Vorfeld und Nachgang derselben, umgesetzt werden. Zusätzlich seien hier auch frühere Schritte genannt, die wichtige Vorarbeit für das Projekt geleistet haben:

Beschränkte Schließung der Fläche „Friede und Hoffnung“

Die Schließung erfolgte mit Ausnahme der ehemaligen Erbbegräbnisreihe 1998 durch den Vorstand des Verbandes der Annenfriedhöfe Dresden.


Erfassung von Brutvögeln auf dem Neuen Annenfriedhof

Die Erfassung erfolgte 2016 im Rahmen eines Semesterprojektes im Bachelorstudiengang „Umweltmonitoring“ der HTW Dresden

durch Studierende unter der Betreuung von Prof. Dr. Matthias Jentzsch.

Friedhofsentwicklungskonzept der Landeshauptstadt Dresden

Die Erarbeitung erfolgte in enger Zusammenarbeit zwischen Kommune, Kirche und Friedhofsverwaltungen; der Beschluss durch den Stadtrat erfolgte 2018 einstimmig. Im Konzept u. a. enthalten sind vier Vorschläge für Pilotprojekte, darunter auch für die Fläche „Friede und Hoffnung“.

Verpachtung einer Teilfläche als Bürgergartenprojekt an den UFER-Projekte Dresden e. V.

Die Teilfläche grenzt an das Gebäude im Bereich „Friede und Hoffnung“ an; sie wird seit April 2019 „Annengarten“ genannt und pachtfrei genutzt. Als Gegenleistung sollen die Gärtnerinnen und Gärtner bei Arbeitseinsätzen auf dem Friedhof helfen.

Vermessungsriss für „Friede und Hoffnung“ wird erstellt

2020 vermisst das Amt für Geodaten und Kataster mit der Unterstützung zweier Auszubildender im Auftrag des Amtes für Stadtgrün und Abfallwirtschaft die Fläche. 

Bachelorarbeit zu ökologischen Eigenschaften und Potenzialen der Fläche „Friede und Hoffnung“

Umweltmonitoring-Studentin Julia Pupke (HTW Dresden, Betreuung durch Prof. Dr. Matthias Jentzsch und Lara Schink) entwickelt 2020–2021 erste Anknüpfungspunkte für diesen Teilaspekt der Gestaltung, basierend auf Bestandsanalysen u. a. der Pflanzen- und Vogelpopulation.

Bachelorarbeit mit Beobachtungsdaten zum Besuchsverhalten, Befragungsergebnissen der Besucherschaft und Ideen zu Zonierung und Gestaltungselementen

2020 wurde von Frühling bis Herbst das Besuchsverhalten auf dem Neuen Annenfriedhof mit speziellem Blick auf „Friede und Hoffnung“ durch die Gartenbau-Studentin Anja Zuranski (HTW Dresden, Betreuung durch Prof. em. Cornelius Scherzer und Lara Schink) beobachtet und analysiert sowie daraus ein Vorschlag für die Umgestaltung entwickelt.

Entwurfsprojekt von Architektur-Studierenden: „Mitten im Leben – Neuer Annenfriedhof in Dresden. Erinnerung. Neubesetzung. Umwidmung“

Betreut durch den Lehrstuhl „Denkmalpflege und Entwerfen“ der TU Dresden (Prof. Dr. Claudia Marx, Dr. Nils Schinker, Tom Macht) entwickelten Studierende im Sommersemester 2021 Ideen für Gebäudegestaltung und -nutzung für den Neuen Annenfriedhof und leiteten daraus Masterpläne für den Friedhof ab.

Teilnahme als eines von sechs Modellprojekten am ExWoSt-Forschungsvorhaben „Green Urban Labs II“ unter dem Projekttitel „Vom Parkfriedhof zum Friedhofspark: Freiflächenumgestaltung eines Teilbereichs des Neuen Annenfriedhofs“

Vorerst erfolgte der Zuschlag mit einer vorgesehenen Projektlaufzeit von 2021 bis Ende 2023 und einem Budget von 50.000 €; später wurde die Laufzeit verlängert bis Ende 2024 und die Fördermittel erhöht um weitere 80.000 €. Die Begleitung des Prozesses erfolgte durch das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) und die Planungsbüros plan zwei und proloco. 

30. September 2021: Auftakt mit Projektvorstellung für die interessierte Öffentlichkeit

Vertreterinnen und Vertreter verschiedener kommunaler und kirchlicher Ämter sowie bisherige und gut vorstellbare Akteure und Partner aus Nachbarschaft, Vereinswesen und Hochschulen wurden zum Projektauftakt eingeladen. Präsentiert wurden wesentliche Grundlagen wie das Friedhofsentwicklungskonzept und vorangegangene Bachelorarbeiten. Nach einer Geländebegehung wurden gemeinsam Qualitäten und Potenziale der Fläche definiert und erste Ideen für die Weiterentwicklung zusammen getragen.

Besuch der Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal e. V. auf dem Neuen Annenfriedhof

Im Rahmen einer Jubiläumstagung anlässlich ihres 100-jährigen Bestehens besuchte die Arbeitsgemeinschaft mit Sitz in Kassel den Dresdner Urnenhain Tolkewitz und den Neuen Annenfriedhof und wurde bei einem Rundgang auch über das beginnende Modellprojekt informiert.

Bauzustandsgutachten für das Gebäude im Bereich „Friede und Hoffnung“

Das kleine Gebäude, ein ehemaliges friedhofswirtschaftliches Funktionsgebäude, soll zu einem Café und Begegnungsraum werden; ob eine Sanierung trotz des ruinösen Zustands in Frage kommt, prüfte ein Bauzustandsgutachten der Architektin Jeanette Oleak.

31. März 2022: erster Workshop zur Entwicklung weiterer Ideen

Teilnehmende der Auftaktveranstaltung und weitere Interessierte wurden eingeladen zur Erarbeitung konkreter Teilprojektideen an vier Thementischen zu „Gestaltung, Gesamtkonzept, Freiraumqualität“, „Geschichte, Denkmale, Erinnerungskultur“ sowie „Naturschutz, Artenvielfalt“ und „Begegnung, Kunst, Kultur“.
 

Gründung des Freundeskreis der Annenfriedhöfe Dresden e. V.

Am 12. April 2022 wird ein Verein zur ehrenamtlichen Unterstützung der Annenfriedhöfe in Dresden gegründet, dessen Mitglieder sich zuvor bereits ca. ein Jahr lang als loses Bündnis zusammengefunden hatten. 

Denkmalpflegerische Zielstellung für „Friede und Hoffnung“

Von Frühling bis Winter 2022 erarbeitete die Landschaftsarchitektin Birgit Pätzig eine denkmalpflegerische Zielstellung für die Fläche, basierend auf Archivunterlagen vom Verband der Annenfriedhöfe Dresden, der ev.-luth. Kirchgemeinde Frieden und Hoffnung und der Ev. Luth. Landeskirche Sachsens.

Semesterprojekt „Das Monster aufdecken“ mit gestalterischen Interventionen von Landschaftsarchitektur-Studierenden und Zukunftsvisionen für den Bereich „Friede und Hoffnung“

In Zusammenarbeit mit Véronique Faucheur (atelier le balto) als Gastdozentin am Lehrstuhl für Landschaftsarchitektur entwickelten Studierende im Sommersemester 2022 verschiedene niedrigschwellig gestaltete räumliche Interventionen zu friedhofsbezogenen Themen. Das Projekt war Teil des Semesterthemas „Z E I T Transformation und Prozesshaftigkeit in der Landschaftsarchitektur“ unter der Betreuung von Prof. Ana Viader Soler und Robin Jankowsky. Die Studierendenarbeiten inspirierten die Arbeit am Gesamtprojekt und machten dieses für eine breitere Öffentlichkeit sichtbar; zusätzlich wurden aus den Interventionen Visionen für die Gesamtfläche abgeleitet.

Aufstellen einer Malaisefalle in Kooperation mit der HTW Dresden

Die Falle wurde vom 09. Mai 2022 bis 19. September 2022 auf dem Neuen Annenfriedhof aufgestellt. Die Leerung erfolgte regelmäßig durch Friedhofsmitarbeitende, Umweltmonitoring-Studierende untersuchten die Fänge und sortierten diese nach Artengruppen zur weiteren Auswertung vor. Vermittelt durch Prof. Dr. Matthias Jentzsch und finanziert durch das Umweltamt konnten noch 2022 durch Julia Lobin die Diptera-Arten erfasst und dokumentiert werden.

Beauftragung des Planungsbüros Prugger Landschaftsarchitekten mit dem Vorentwurf

Die Planung erfolgte unter Einbeziehung parallel stattfindender gestalterischer Studierendenprojekte, der Ergebnisse von Beteiligungsveranstaltungen und wissenschaftlicher Untersuchungen der Fläche – die Entwurfsplanung wurde unmittelbar nach Fertigstellung ebenfalls beauftragt und war bis zur Abschlussveranstaltung ebenfalls abgeschlossen.

Bachelorarbeit mit Checkliste zu Aspekten der Barrierearmut auf Friedhöfen

Bezogen auf physische und psychische Erkrankungen fand durch die Gartenbau-Studentin Frauke Kronefeld im Sommersemester 2022 eine digitale Befragung und eine Analyse vor Ort statt, welche Arten von Barrieren auf Friedhöfen allgemein und dem Neuen Annenfriedhof im Speziellen vorhanden sein können – inklusive einer Checkliste für eine barriereärmere Gestaltung (Betreuung durch Prof. Dr. Henning Günther und Prof. Dr. Eva Rietze sowie Lara Schink).

Masterarbeit zu Fledermaus-Vorkommen auf fünf Dresdner Friedhöfen

Im Rahmen seiner Masterarbeit dokumentiert Landschaftspflege-Student Axel Frieden (HTW Dresden) die Fledermaus-Vorkommen auf fünf Dresdner Friedhöfen, unter anderem auf dem Neuen Annenfriedhof, mittels mobiler und stationärer Schallaufnahmen und einer Lebendfang-Aktion am 27. Mai 2022 (Betreuung durch Prof. Dr. Frank Dziock und Bianka Porschien geb. Schubert).

Semesterprojekt zu stadtklimatischen Eigenschaften von Dresdner Freiräumen, darunter die Fläche „Friede und Hoffnung“ auf dem Neuen Annenfriedhof

Eine Untersuchung der Fläche „Friede und Hoffnung“ durch die Gartenbau-Studierenden André Ulbricht und Natalie Niedziella im Rahmen des Semesterprojektes „Urbaner Garten- und Landschaftsbau“ an der HTW Dresden (Betreuung durch Prof. Dr. Henning Günther) befasste sich mit stadtklimatischen Eigenschaften der Fläche.

Entwurfsprojekt „Im Dialog der Gezeiten“ von Architektur-Studierenden

Im Sommersemester 2022 entstanden Entwürfe für Bauwerke vor allem rund um das „Friedhofscafé“ und entlang der Brandschutzwände unter Betreuung der Professur für Gestaltungslehre (Prof. Dr. Henning Haupt, Rostislav Komitov, Ludwig Wilhelm Geßner) der TU Dresden. Leider kam es im Rahmen des Projektes nur zu einer internen Präsentation, und eine Verzahnung mit dem Fortgang des Projektes war so zeitlich nicht möglich.

25. Juni 2022: Gartenspaziergang „Vom Südpark zum Neuen Annenfriedhof“

Es fand eine Präsentation von studentischen Interventionen an verschiedenen Orten Dresdens statt im Kontext des Semesterthemas „Z E I T Transformation und Prozesshaftigkeit in der Landschaftsarchitektur“ mit finaler Station auf dem Neuen Annenfriedhof und der Fläche „Friede und Hoffnung“.

2. Juli 2022: zweiter Workshop – Fest der Ideen

Es fanden Präsentationen der studentischen Entwurfsprojekte „Mitten im Leben“ und „Das Monster aufdecken“ im Rahmen eines Sommerfestes statt, ergänzend dazu gab es Themenpavillons; Themenpavillons mit Infos und Feedbackmöglichkeiten zu den Themenkomplexen im Projekt sowie ein Pop-up-Friedhofscafé mit Kaffee und Kuchen.

Präsentation des Projektes beim Verband der Friedhofsverwalter Deutschlands

 Im Rahmen einer Tagung fand eine knapp einstündige Präsentation eines Zwischenstandes statt.

Besuch des Landesbischofs und von Teilen der geistlichen Leitung der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens auf der Projektfläche zur Besichtigung der studentischen Interventionen am 30. August 2022

Betrachtungen dazu, wie der Ort Friedhof unterbewusst Zugänge zu Spiritualität eröffnet und so auch jenseits der Bestattungsfunktion als Teil religiöser Verkündigung wahrgenommen werden kann.

Petition für den Friedhofserhalt durch das Netzwerk Dresdner Stadtteilfriedhöfe

Am 01. September 2022 startete das Netzwerk Dresdner Stadtteilfriedhöfe (damals noch: Netzwerk Dresdner Friedhofsverwalter) eine Petition für eine Erhöhung der kommunalen Fördermittel, die am 06. Dezember im Rahmen eines Green-Urban-Labs-II-Workshops mit mehr als 4.300 Unterschriften an Oberbürgermeister Dirk Hilbert übergeben werden konnte.

Artikel über das Projekt in der Fachzeitschrift „Stadt+Grün“

Am 05. September 2022 wurde erstmals ein Artikel über das Projekt in einer Fachzeitschrift veröffentlicht, mit einem Zwischenstand nach einem Jahr Projektarbeit.

Teilnahme am Tag des offenen Denkmals

Im Rahmen einer Friedhofsführung und mit einer Plakatausstellung wurde den Teilnehmenden am 11. September 2022 das Projekt vorgestellt; die Plakate wurden parallel zum Teil auch auf dem ev.-luth. St.-Pauli-Friedhof präsentiert, der durch seine Schließung ebenfalls von der Thematik stark betroffen ist.

Ideenskizze zur Nutzung des Gebäudes: „Ein kleines Café für eine große Idee“

Im Rahmen einer Abschlussarbeit zu einer Weiterbildung in „Pädiatrische Palliative Care“ entwickelte Trauerbegleiterin und Friedhofsfreundeskreismitglied Claudia Freitag erste Ideen, wie eine mögliche Nutzung des geplanten Friedhofscafés aussehen könnte.

03. November 2022: Workshop zum Thema „Denkmal“

Im Rahmen des Workshops wurde neben besonderen Herausforderungen und Potenzialen von Denkmalen auf Friedhöfen auch die Ergebnisse der Bestandserfassung für die Fläche „Friede und Hoffnung“ im Rahmen der denkmalpflegerischen Zielstellung präsentiert. Im Anschluss diskutierten zwei Arbeitsgruppen zu den Themen „Denkmale erhalten, Pflege und Finanzierung“ und „Denkmale beleben, kulturelle Aktivitäten“.

Kulturnetzwerktreffen rund um die Dresdner Friedhöfe

Das Treffen war im Nachgang zum Workshop geplant, der Termin musste jedoch abgesagt werden, da der Zuständige die Stelle zwischenzeitlich wechselte.

Friedhofsapp / digitaler Friedhofsrundgang und digitale Friedhofspläne 

Der mehrfach geäußerte Vorschlag, ein Digitalangebot zur Erkundung von Friedhöfen zu entwickeln, resultierte in drei Beratungen unter Beteiligung von Friedhofsverwaltungen, Amt für Stadtgrün, Kultur- und Denkmalamt, Freundeskreis der Annenfriedhöfe Dresden e. V., Stadtmuseum und Amt für Geodaten und Kataster, lief jedoch aufgrund von fehlenden Zuständigkeiten ins Leere bzw. wurde beschlossen, den Faden wieder aufzunehmen, sobald die parallel in Entwicklung befindlichen digitalen Friedhofslagepläne seitens des Amtes für Stadtgrün und Abfallwirtschaft fertiggestellt sind.

06. Dezember 2022: Workshop zum Thema „Umwelt/Ökologie“

Im Rahmen des Workshops gab es Impulsvorträge zu Friedhöfen und ihren Qualitäten als wertvolle Räume für Artenvielfalt und Naturschutz. Das Amt für Stadtgrün und Abfallwirtschaft stellte hierzu aktuelle Projekte und Untersuchungen vor, Prof. Dr. Matthias Jentzsch (HTW Dresden) präsentierte erste Ergebnisse der Malaisefallen-Untersuchung sowie zur Bedeutung des Neuen Annenfriedhofs für die Insektenvielfalt und Axel Frieden (HTW Dresden) stellte seine Masterarbeit über Fledermaus-Vorkommen auf fünf Dresdner Friedhöfen vor. Im Anschluss diskutierten zwei Arbeitsgruppen zu den Themen „Förderung des Naturschutzwertes von Friedhöfen – Pflege, Artenschutz, Projekte“ und „Artenvielfalt von Friedhofsarealen bekanntmachen – Umweltbildung, Wissen vermitteln“.

Gespräch mit Vertreterinnen und Vertretern von drei Ämtern zu Problemen bei der Nutzbarkeit von Fördermitteln für Friedhöfe

In Reaktion auf den Themenworkshop „Denkmal“ fand ein Gespräch zwischen Friedhofsverwaltungen und Stadtverwaltungsmitarbeitenden statt, um die Denkmalförderrichtlinie, die Stadtbezirksförderrichtlinie und die Fachförderrichtlinie Friedhof bezüglich der Schwierigkeiten bei der Nutzung durch Friedhöfe zu diskutieren.

Bürgerbeteiligung zur BUGA-Machbarkeitsstudie in Dresden – Inklusion eines Friedhofs

Zunächst fand sich der Neue Annenfriedhof in einer Ideenskizze der TU Dresden als Vorschlag für einen Nebenstandort. Nach engagierter Teilnahme vieler erinnerungskulturell Engagierter wurde zum Jahresende schließlich der geschlossene St.-Pauli-Friedhof im Kontext eines erinnerungskulturell-ökologischen Themenschwerpunktes im Dresdner Norden in die finale Machbarkeitsstudie einbezogen.

Kinder- und Jugendbeteiligung

Im April und Mai 2023 führte Anke Lietzmann, die Kinder- und Jugendbeauftragte der Landeshauptstadt Dresden, in an den Neuen Annenfriedhof angrenzenden Einrichtungen – der Kinder- und Tagesstätte „Bünauten“ und der 35. Oberschule – eine Kinder- und eine Jugendbeteiligung zu den Wünschen für die Umgestaltung der Fläche „Friede und Hoffnung“ durch.

11. Mai 2023: Informationsveranstaltung mit Zwischenpräsentation zum Projekt

Im Rahmen der Veranstaltung wurden die denkmalpflegerische Zielstellung, die Ergebnisse der Kinder- und Jugendbeteiligung sowie der Vorentwurf zur Freiflächenumgestaltung präsentiert. Zudem gab es Informationen zu den bisherigen Teilprojekten im Rahmen von Green Urban Labs II und die Möglichkeit, Feedback oder Unterstützungsangebote zur Realisierung weiterer Teilprojekte einzubringen.

Kurzpräsentation des Planungsprojektes bei der Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal e. V.

im Rahmen des „Forum Lebendige Vereinsarbeit“ bei einer Mitgliederversammlung in Kassel am 13. Mai 2023

Veröffentlichung eines Artikels in der Fachzeitschrift „Ohlsdorf – Zeitschrift für Trauerkultur“

In der 161. Ausgabe der Zeitschrift konnte zu deren Thema „Vom Friedhof zum Park“ ein Zwischenstand des Projekts publiziert werden.

Weitere Auswertung von Malaisefallen-Fängen: Apidae und Coleoptera

Gefördert durch das Umweltamt und die Projektmittel aus Green Urban Labs II konnten zusätzlich zu den Diptera/Zweiflüglern (durch Julia Lobin) auch die Apidae/Wildbienen (durch Jenny Förster) und die Coleoptera/Käfer (durch Dr. Jörg Lorenz) bestimmt werden.

Einführung eines neuen Mahdregimes auf der Fläche „Friede und Hoffnung“

Um dem Vorschlag extensiver Mahdflächen möglichst insektenfreundlich nachkommen zu können, wurden mit Beratung des Umweltamtes die Möglichkeiten dafür eruiert und letztlich der Verein „Grüne Liga“ mit einer einschürigen Mahd mit Balkenmäher sowie dem Transport des Mähguts zum Kompostplatz des Friedhofs beauftragt. In den Sommern 2023 und 2024 wurden mit dem Aufsitzmäher bereits nur noch Pfade zum Spazieren in die extensiven Wiesenflächen gemäht.

Teilnahme am Tag des offenen Denkmals

Bei einer Friedhofsführung am 10. September 2023 wurden die Ergebnisse der Projektarbeit im Rahmen von Green Urban Labs II und die daraus entwickelten Ideen für die Fläche „Friede und Hoffnung“ vorgestellt.

17. September 2023: Ideen aus dem Projekt ausprobieren – am bundesweiten „Tag des Friedhofs“

Gemeinsam mit einer Vielzahl von Akteurinnen und Akteuren sowie Besucherinnen und Besuchern konnte an diesem Tag ein Vorgeschmack auf die Ideen zur Umgestaltung der Fläche lebendig werden. Es gab Kaffee und Kuchen, eine „Sargbar“, eine Ausstellung Urban-Art-Bannern mit Denkanstößen zu Leben und Tod, einen Trauerworkshop mit Pflanzaktion auf einer historischen Grabstelle durch Death Positiv, eine Vorstellung von Ideen zum Friedhofscafé, das Mitmach-Kunstprojekt „Before I Die“ präsentiert von Claudia Freitag, ein Konzert mit düster-romantischen Texten von Christa Abels, ein Leseangebot zum Thema Tod von der Stadtteilbibliothek sowie Balancierspiele für Kinder vom Spielmobil Wirbelwind e. V.

Baumzustandsgutachten

Für rund 280 Bäume wurde ein Baumkataster angelegt und deren Zustand beurteilt (Ulrike Köcher). Die Bäume bleiben numerisch im System des Friedhofsträgers, die neuen Daten wurden aber bereits vollständig in die Datenbestände des Amtes für Stadtgrün übernommen, da die Verantwortung für Baumkontrolle und -pflege künftig dort liegen soll.

Präsentation des Projektes im Rahmen des 27. Forum Stadtgrün in Dresden

Unter dem Motto „Netzwerk Stadtgrün“ fand am 13. November das vor allem an Landschaftsarchitektinnen und -architekten gerichtete Forum Stadtgrün statt; dabei gab es auch einen Beitrag mit Informationen zur Projektarbeit im Rahmen von Green Urban Labs II.

Präsentation des Projektes im Rahmen von „Digitalgespräch: Friedhof“ und der Kurzstudie „Friedhöfe als Teil der grünen Infrastruktur“

Neben vier Impulsvorträgen gab es Austausch zu den Potenzialen und Herausforderungen bei der Umnutzung von Friedhofsfreiflächen; der BBSR erarbeitete aus den Ergebnissen eine Kurzstudie.

Abschluss eines Pachtvertrages zwischen der Landeshauptstadt Dresden, dem Verband der Annenfriedhöfe Dresden als Friedhofsträger und dem Kirchspiel Dresden West als Flächeneigentümer

Um weitere Maßnahmen zuzulassen und eine Regelung für die Unterhaltung zu finden, wurde die Fläche „Friede und Hoffnung“ mit Ausnahme kleinerer Bereiche kostenlos an die Landeshauptstadt Dresden verpachtet; statt einer Pacht soll eine anschließend auszuhandelnde Erstattung für die Grünflächenpflege an den Friedhofsträger gezahlt werden.

Masterarbeiten mit Arten- und Biotopschutzkonzepten für den Neuen Annenfriedhof

Auf Basis der vorangegangenen Artenerfassungen für den Friedhof und für Dresden, ergänzt durch eigene Analysen vor Ort, entstanden zwei Arten- und Biotopschutzkonzepte durch die Masterstudentinnen Annika Seitz (Landschaftsarchitektur, TU Dresden) und Dominique Dick (Raumentwicklung und Naturressourcenmanagement, TU Dresden).

Entwicklung eines Leistungsverzeichnisses für die Flächenpflege von „Friede und Hoffnung“

Im Rahmen seiner Belegarbeit im Fach Grünflächenmanagement entwickelte der Gartenbau-Student André Ulbricht ein Leistungsverzeichnis, das auf seine Praxiserfahrungen bei seiner mehr als einjährigen Tätigkeit beim Verband der Annenfriedhöfe Dresden, u. a. als ständiger Stellvertreter der Friedhofsverwalterin, aufbaute. Dieses Leistungsverzeichnis bildete eine Grundlage für weitere Beratungen rund um die Pflegevereinbarung zwischen Kommune und Friedhofsträger.

Präsentation des Projekts im Rahmen einer Weiterbildung der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens unter dem Themenschwerpunkt „Friedhöfe zukunftsfähig gestalten“

In einer Weiterbildung für Friedhofsverwalterinnen und Friedhofsverwalter wurde das Projekt im Februar 2024 präsentiert. Der Schwerpunkt lag hier darauf, zu vermitteln, wie eine gute Zusammenarbeit zwischen der Stadt, verschiedenen Multiplikatoren und dem kirchlichen Friedhofsträger gelingen und was sie bringen kann.

Bachelorarbeit zur weiteren Erforschung von Diptera-Vorkommen auf dem Neuen Annenfriedhof

Umweltmonitoring-Student Marian Pein (HTW Dresden) führte im Sommer 2023 Kescherfänge zur weiteren Erforschung von Diptera-Vorkommen auf dem Neuen Annenfriedhof durch und stellte die Ergebnisse jenen der Malaisefallen-Fängen aus dem Vorjahr gegenüber. Die Ergebnisse sind mit weiteren Ergebnissen entomologischer Untersuchungen eingeflossen in eine gemeinsame Publikation.

Februar 2024: Veröffentlichung eines Artikels zum Projekt im Magazin „Westwind“

In dem quartalsweisen erscheinenden Magazin des ev.-luth. Kirchspiels Dresden West erschien ein Artikel zur Umgestaltung von Freiflächen auf den Neuen Annenfriedhof in Ausgabe 003 (Februar–Mai 2024).

13. April 2024: Sieben auf einen Streich – Kirschbaumpflanzaktion und Infos zur Friedhofsökologie

Gemeinsam mit fleißiger Hilfe aus der Bürgerschaft wurde eine Streuobstwiese mit sieben Kirschbäumen angelegt. Dies entsprach einer Erkenntnis aus der denkmalpflegerischen Zielstellung und stellte eine erste Realisierungsmaßnahme aus dem Freiflächenentwurf dar. Hierbei gab es Informationen zur Ökologie von Friedhöfen, zu den Ergebnissen der weiteren Untersuchungen der Malaisefallen-Fänge sowie ein Naturerkundungsangebot für Kinder mit dem UFER-Projekte Dresden e. V.

Stelle für Kultur- und Öffentlichkeitsarbeit auf Dresdner Friedhöfen wird geschaffen

Die ev.-luth. Dresdner Kirchbezirke schufen auf Veranlassung des Netzwerks Dresdner Stadtteilfriedhöfe eine 50 %-Stelle, die anteilig durch finanzielle Beteiligung der ev.-luth. und kath. Friedhöfe, der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens sowie aus Mitteln der ev.-luth. Kirchbezirke finanziert wird. Die Stelle wurde Mitte Mai durch die Kunsthistorikerin Nathalie Reith besetzt.

15. September 2024: Abschlussveranstaltung im Rahmen des bundesweiten „Tag des Friedhofs“

Präsentation zum Entwurf für die Freiflächenplanung von „Friede und Hoffnung“ und zu einem der zwei Arten- und Biotopschutzkonzepte bei einem Rundgang; stationäre Präsentation einer Projektrückschau, des Entwurfs für das Café und eines Ausblicks auf die weitere Projektarbeit; Kaffee und Kuchen sowie Kinderbetreuungsangebote u. a. durch den Christlichen Hospizdienst Dresden e. V. und den Freundeskreis der Annenfriedhöfe Dresden e. V.; Schlusswort der Umweltbürgermeisterin und musikalischer Ausklang durch den „singenden Totengräber“ Markus Schröter.

25. September 2024: Informationsveranstaltung für den im Juni neu gewählten Dresdner Stadtrat

Die Friedhofsverwaltungen informierten gemeinsam mit Stadt- und Kirchenverwaltung über das Friedhofsentwicklungskonzept, besondere Problemschwerpunkte bei der Friedhofsförderung sowie Leuchtturmprojekte wie das Begegnungszentrum auf dem ev.-luth. Trinitatisfriedhof und die Green-Urban-Labs-II-Teilnahme.

Präsentation der Ergebnisse des Modellprojekts Green Urban Labs II gegenüber dem Stadtbezirksbeirat Cotta und dem Dresdner Stadtrat

Eine Präsentation von Ergebnissen des Planungsprozesses in Bezug auf die Entwürfe für Gebäude und Freiraum gegenüber dem Stadtbezirksbeirat Cotta erfolgte am 08. Januar 2025.

Bis Ende 2025: geplanter Abschluss der Pflegevereinbarung 


Abbildung: Lara Schink 2024, Beteiligungsveranstaltungen zum Abschluss des Planungsprozesses und mit Pflanzaktion zur Wiederanlage einer Streuobstwiese mit Süßkirschbäumen


Wie geht es jetzt weiter nach Projektende?

Die folgenden weiteren Schritte sind im Nachgang zum Projektende geplant:

Ab 2025: Anknüpfen an begonnene Kooperationen, Vertiefen von Ideen und Prüfen noch nicht realisierter Teilprojektideen

Wiederaufnahme der regelmäßigen Friedhofsentwicklungskonzept-Beratungen 

zwischen Friedhofsverwaltungen sowie Stadt- und Kirchenverwaltung, u. a. zur Prüfung der Übertragbarkeit von Lösungen aus „Friede und Hoffnung“ auf weitere Friedhofsüberhangflächen in Dresden

2025–2027: Realisierung der Entwürfe für Gebäude und Grünanlage im Rahmen des EFRE-Fördergebiets „Cottaer Bogen“

Im Rahmen einer EFRE-Förderung soll das Gebäude saniert und zum „Friedhofscafé“ umgerüstet werden; auch die Freiraumplanung wird dank der Förderung bis Ende 2027 für die gesamte Fläche „Friede und Hoffnung“ realisiert.


Abbildung: Lara Schink 2023, Tag des Friedhofs mit neuen Nutzungsideen für die Fläche zum Ausprobieren